LornsenSolar

25 Jahre Solarstrom für die Lornsenschule

Im Schuljahr 1997/1998 beschlossen die beiden Schleswiger Lornsenschullehrer Hartmut Wilcke und Ulrich Hadré das Thema Solarenergie aufzugreifen, das damals noch recht unbekannt war, denn es gab erst sehr wenige Solaranlagen auf den Dächern. Die beiden Lehrer wollten zusammen mit Schülern:innen zeigen, dass auch mit lokalem Handeln kleine Beiträge zum Thema Klimaschutz möglich sind, und hofften durch den Bau einer Photovoltaikanlage auf der Lornsenschule auf möglichst viele Nachahmer.
1997 traf es sich gut, dass vom damaligen Preußen Elektra-Konzern kleine Solaranlagen für Schulen stark gesponsert wurden. Eine Bewerbung um eine derartige Anlage war erfolgreich und schnell fand sich eine Schüler:innengruppe im Abiturjahrgang, die mit großer Motivation den Aufbau der Anlage in Angriff nahm. Nachdem man schnell mit der Schulleitung und dem damaligen Schulträger, dem Kreis Schleswig-Flensburg, einig war, konnten die Schüler:innen loslegen und mit Feuereifer eine kleine 1,1 kwp-Anlage installieren. Hilfestellung bei dieser Anlage wie auch bei den folgenden leisteten die Firma Solartechnik Nord, die die elektrische Installation übernahm, und die Dachdeckerei Bothmann, die per Kran einen Großteil des Materials auf die Dächer transportierte.

Mit dieser Anlage war so ein erfolgversprechender Anfang gemacht, der für das nächste Schuljahr dazu ermutigte, mit einer anderen Abiturientengruppe weiterzumachen. Jetzt tauchten aber neue Probleme auf: Photovoltaikanlagen waren damals sehr teuer und die Einspeisevergütung reichte nicht zur Finanzierung aus. Als erstes wurde daher ein Verein gegründet (LornsenSolar), um bei der Nospa Kredite für die Finanzierung zu bekommen, und außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler durch Besuche bei den Schleswiger Stadtwerken und Schleswiger Politikern erreichen, dass für zumindest 10 Anlagen in Schleswig eine kostendeckende Einspeisevergütung beschlossen wurde. Damit war die Finanzierung der zweiten Anlage auf dem Schuldach gesichert.
Spätestens mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 war die Frage der Vergütung so zufriedenstellend gelöst, dass die folgenden Abiturjahrgänge jedes Jahr eine neue Solaranlage auf die umfangreichen Flachdächer der Lornsenschule bauen konnten. Neben der rein praktischen Arbeit beim Aufbau der Anlagen gehörte natürlich bei allen Schülergruppen auch ein theoretischer Teil dazu, in dem man sich mit der Funktionsweise der Photovoltaik beschäftigte.
Mittlerweile haben alle Anlagen zusammen eine Leistung von fast 44 kwp und erzeugen ca. 25 % des schulischen Strombedarfs. Für die Finanzierung mussten zusammen fast € 250 000 an Krediten aufgenommen werden, eine gewaltige Summe, die den Vereinsmitgliedern, zu denen neben Schüler:innen, Lehrern:innen und Eltern z.B. auch die Schleswiger Gruppen des BUND und der Initiative besorgter Bürger zählten, so manche Bauchschmerzen bereitete.

Stipendien von LornsenSolar

Seit nunmehr drei Jahren sind auch die letzten Darlehen zurückgezahlt und mehr Platz für neue Anlagen gibt es auf den Schuldächern auch nicht mehr. Da es zum Glück bisher nur wenige Reparaturen gab, erzeugen die Solaranlagen nun jedes Jahr Überschüsse, die dafür genutzt werden, um Stipendien für Oberstufenschüler:innen, für ehemalige Schüler:innen oder für einzelne Projekte zu gewähren. Jedes Jahr zum Schuljahresbeginn sind Bewerbungen von Schülern und Schülerinnen oder auch Vorschläge von Lehrern für geeignete Kandidaten:innen möglich und dann gibt es entweder einen einmaligen Zuschuss oder monatliche Zahlungen von bis zu € 250.- für ein Jahr. Kriterien für die Gewährung eines Stipendiums sind besonderes (ehrenamtliches, schulisches…) Engagement und/oder soziale Bedürftigkeit. Im vergangenen Schuljahr wurden so ca. € 10 000 ausgezahlt; in diesem Schuljahr ist die Summe sogar noch etwas höher.
Vor über 25 Jahren begann man mit dem Projekt, um eine noch weitgehend unbekannte Form der alternativen Energieerzeugung bekannt zu machen. Das ist heute längst nicht mehr nötig, wenn man sich die Vielzahl der PV-Anlagen anschaut. Umso schöner ist aber der finanzielle Erfolg des Projekts, der jetzt für kommende Schülergenerationen dafür sorgen wird, dass weiterhin Stipendien vergeben werden können.
Ulrich Hadré

Kontakt: Verein zur Förderung der Solarenergie (LornsenSolar)
Hartmut Wilcke (ah@wilckes.de) oder Ulrich Hadré (ulrichhadre@web.de)

 

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2024