Der Tod, die Zukunft jedes Einzelnen. Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kennen, plötzlich endet? Ist da Leere – oder beginnt etwas Neues?
Wir werden es alle einmal erleben, doch niemand wird jemals wissen, was danach passiert. Früher oder später kommen wir jedoch an einen Punkt, an dem wir uns die Frage stellen: „Was kommt danach?“. Aufgrund der Ungewissheit gehen die Meinungen auseinander, was auch in den von uns geführten Interviews sichtbar wird. Durch die Perspektiven der Befragten werden die verschiedenen Sichtweisen deutlich. Befragt wurde sowohl die Pastorin Frau Jöhnk, die im Bereich Süd-Angeln tätig ist, als auch zwei Schülerinnen der Lornsenschule.
Interview mit Emelie aus der 9a.
Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod?
Antwort:
Ich glaube, dass zuerst eine Phase kommt, in der man in den Himmel kommt. Also ich bin ja Christin, und ich glaube, dass man danach an den Ort kommt, an den man gehört. Manche Menschen können vielleicht als Aura auch noch bei ihren Geliebten sein oder manche chillen so oben.
Frage: Glaubst du, dass man dann unendlich weiterlebt, also dass man da nie wieder rauskommt?
Antwort:
Ja, ich glaube schon. Ich glaube, dass man ein bisschen entscheiden kann, wo man dann ist. Manche Menschen glauben ja zum Beispiel, dass man wieder als etwas Neues auf die Erde kommt. Das glaube ich persönlich nicht. Ich denke eher, dass man dort einfach sein kann und vielleicht auch machen kann, was man will.
Frage: Denkst du, dass wir vor diesem Leben schon einmal existiert haben?
Antwort:
Ja, vielleicht … doch schon. Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht schon einmal gelebt hat – vielleicht auch in einer Art parallelem Leben.
Frage: Es gibt ja auch Nahtoderfahrungen, bei denen Menschen ein Licht sehen. Was glaubst du, was dieses Licht ist?
Antwort:
Also das ist jetzt wieder so die christliche Schiene. Ich glaube, dass man, wenn man dieses Licht sieht, man den Weg Gottes geht. Vielleicht fühlt man sich dann auch erleichtert oder erlöst. Zum Beispiel wenn man krank war, dass man dann merkt: Jetzt bin ich wieder gesund.
Frage: Hast du Angst vor dem Tod?
Antwort:
Ehrlich gesagt weiß ich das nicht genau. Ich finde das Leben eigentlich ganz cool. Aber ich glaube auch, dass man nach dem Tod vielleicht ein bisschen befreit ist von allem, was man im Leben so mit sich herumträgt. Ich sage mal so, ich habe Respekt vorm Tod, aber keine Angst.
Frage: Wenn man im Himmel ist – glaubst du, dass man dort noch seine Sinne hat und mit anderen sprechen kann?
Antwort:
Ja, das glaube ich schon. Ich habe da eine ganz bestimmte Vorstellung. Ich glaube, dass man dort auch seine verstorbenen Familienmitglieder wiedertrifft. Vielleicht sind dann alle wieder zusammen.
Frage: Wie stellst du dir diesen Ort vor?
Antwort:
Ich glaube nicht, dass es genauso aussieht wie hier auf der Erde. Ich stelle mir das eher wie eine Art Paradies vor – vielleicht mit Wolken oder so. Aber ich denke, es ist für jeden Menschen der perfekte Ort, so wie er ihn sich vorstellt.
Interview mit einer Schülerin von der Lornsenschule.
Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod?
Antwort:
Ich glaube, dass man wiedergeboren wird – in einem neuen Körper. Dabei verliert man aber alle Erinnerungen an sein vorheriges Leben. Trotzdem glaube ich, dass ein Teil von dir weiterhin auf der Welt präsent ist, auch wenn du dann keine richtige Kontrolle mehr darüber hast.
Frage: Was hältst du von Nahtoderfahrungen, bei denen Menschen ein Licht sehen?
Antwort:
Ich glaube tatsächlich daran. Ich denke, dass man aus einem bestimmten Grund stirbt. Wenn man eine Nahtoderfahrung hat, bedeutet das vielleicht, dass man noch nicht sterben sollte und deshalb wieder zurückgeholt wird.
Frage: Hast du Angst vor dem Tod?
Antwort:
Ich glaube nicht – zumindest nicht, wenn alles ruhig und friedlich endet. Aber wenn man sehr leiden müsste, hätte ich wahrscheinlich schon Angst.
Frage: Manche Menschen sagen, sie sehen Geister. Denkst du, dass das möglich ist?
Antwort:
Ja, ich glaube schon, dass es so etwas geben könnte. Vielleicht gibt es eine Art Präsenz von Menschen, die gestorben sind. Manche nennen das paranormal. Vielleicht kann man mit ihnen auf irgendeine Weise kommunizieren.
Frage: Wie stellst du dir das Leben nach dem Tod vor?
Antwort:
Ehrlich gesagt habe ich dafür keine richtige Vorstellung. Ich glaube nicht, dass alle Menschen einfach an einem Ort zusammenkommen, wie auf einer großen Party. Ich denke eher, dass es eine Art Kreislauf ist.
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Interview mit der Pastorin Nadja Jöhnk.
Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod?
Antwort:
Ich glaube nicht, dass nach dem Tod einfach „nichts“ ist. Sondern ich glaube, dass es ein großes Gehalten gibt, dass ein Mensch nicht von dieser Welt verloren gehen kann. Aber ich habe keine feste Vorstellung davon, zum einen wo das ist und auch nicht wie sich das anfühlt. Aber was ich ganz sicher glaube, ist dass es nichts mit unserem Körper zu tun hat, sondern dass es ein anderes „Sein“ ist. Was ich allerdings nicht weiß, ob man das hinterher noch weiß wer man war… Ich weiß es nicht, ich kann es nicht klar mit Ja beantworten. In erster Linie glaube ich aber, dass es was mit Gott zu tun hat.
Frage: Glaubst du, dass es danach einen Ort für immer gibt?
Antwort:
Ja! Ich glaube tatsächlich, dass menschliches Wissen darüber so klein ist, dass ich es mir gar nicht anders vorstellen könnte als dass es für immer ist, weil was sollte denn danach kommen? Ich glaube jedes Kind wünscht sich, dass irgendetwas für immer ist, wenn es schön ist und so wünsche ich mir das auch. Ich glaube es wird gut.
Frage: Glaubst du an ein Leben vor der Geburt oder an Wiedergeburt?
Antwort:
Nein, das glaube ich nicht. Dann müsste es doch mittlerweile möglich sein, dass wir so leben können, dass es vielleicht nicht perfekt aber optimal ist. Also dass wir daraus gelernt hätten. Es gibt einen guten Grund warum wir hier sind und Gott uns hier segnet. Und ehrlich gesagt möchte ich dieses Leben auch gar nicht immer wieder leben.
Frage: Was glaubst, was das Licht, das bei Nahtoderfahrungen gesichtet wurde, sein könnte? Antwort:
Davon habe ich auch schon gehört. Das haben mir schon selber Menschen berichtet und auch dass sie nicht zurückkehren wollten, dass sie eigentlich zurückgeholt worden sind. Und es nicht so einfach war zurückzukommen, da sie innerlich bereits abgeschlossen hatten. Ich kann mir vorstellen, dass dieses „Licht“ ein Bild für ein Wohlfühlmoment und tiefe Entspannung ist. Man fließt einfach.
Frage: Glaubst du, dass die Geister, die manche Menschen im Alltag sehen, eigentlich Tote sind?
Antwort:
Also es gibt auf jeden Fall sensiblere Menschen, die Dinge erleben, die andere nicht erleben. Und sehen Dinge, die andere nicht sehen. Also ich will das nicht von der Hand weisen. Ich selber gehöre nicht zu denen. Ich selber kann es auch nicht erklären, aber es ist mir auch schon passiert, dass ich eine Aussegnung hatte und eigentlich komme ich zu so einer Aussegnung hin und dann ist da der verstorbene Mensch und es ist so eine gehaltene Atmosphäre. Aber ich hatte auch schon diese Situation, dass ich reinkam und das Gefühl hatte, da lag zwar der Verstorbene, aber der war nicht mehr da. Der war irgendwie weg. Der hat sich schon auf den Weg gemacht. Vom Sehen her war nichts zu merken aber es war so ein inneres Gefühl. Insofern kriegen wir mehr Fragen als wir Antworten haben.
Frage: Hast du Angst vor dem Tod?
Antwort:
Vor dem Tod eigentlich nicht. Ich glaube, irgendwann ist man „lebenssatt“, dann hat man irgendwie schon alles erlebt. Ich hoffe, dass ich immer einen starken Glauben habe, dass ich weiß da wird einer oder eine Kraft sein die mich auffängt. Angst habe ich eher vor dem Sterben – also davor, wie dieser Übergang ist und ob man allein ist.
Frage: Glaubst du, wenn man irgendwo hinkommt, dass man da noch was erlebt?
Antwort: Also ich hatte letztens ein Trauergespräch mit einem Mann der wurde mir eigentlich als dement vorgestellt und seine Frau war verstorben und er hat mich sofort bei der Begrüßung schon mit der Frage konfrontiert „Ja alle anderen hier sagen wir werden im Himmel Kaffee trinken und ich werde meine Frau wieder treffen. Wie ist das eigentlich?“ Also ich wünsche mir natürlich, dass es Begegnungen geben wird und dass wünsche ich ihm auch. Aber ich muss das tatsächlich auch in andere Hände geben was sein wird.
Eine wichtige Botschaft im Umgang mit dem Tod ist, dass wir keine Angst haben müssen. Auch wenn wir nicht wissen, was genau kommt, dürfen wir darauf vertrauen, dass es gut ist. Dieses Vertrauen kann helfen, mit der Unsicherheit zu leben.

