Nachdem Herr Wenger verhaftet worden war, kam Herrn Schmitz die Idee, die „Welle“ weiterzuführen, doch er wollte sie noch strenger gestalten. Herr Schmitz glaubte, dass er das Experiment besser kontrollieren könne als Herr Wenger. Er verteilte Zettel nur an die Schüler, sodass die Lehrer auf keinen Fall etwas von seinem Vorhaben mitbekamen. Auf dem Zettel stand, dass sich alle Schüler heimlich in der Aula treffen sollten und kein Erwachsener etwas davon erfahren dürfe.
Am nächsten Tag trafen sich alle Schüler und Herr Schmitz in der Aula. Alle fragten sich, warum sie niemandem davon erzählen durften und was der Grund für dieses Treffen sei. Herr Schmitz erklärte den Schülern, dass er zwar neu an der Schule sei, aber mitbekommen habe, was zuvor passiert war. Er sagte auch, dass ihm gefiel, was Herr Wenger getan hatte, und dass er es ebenfalls versuchen wollte – nur eben strenger, damit es nicht außer Kontrolle gerate.
Herr Schmitz fragte die Schüler, wer damit einverstanden sei: Wer es für eine gute Idee hielt, sollte aufstehen; der Rest sollte gehen und so tun, als hätte es das Treffen nie gegeben. Viele waren sich unsicher und blieben zunächst sitzen. Als Herr Schmitz das sah, fragte er nach dem Grund für ihre Zurückhaltung. Die Schüler antworteten, dass sie Zweifel hätten. Daraufhin erklärte Herr Schmitz, wie spannend es wäre, diese Erfahrung noch einmal zu machen, jedoch in einer verbesserten Form. Schließlich ließen sie sich überzeugen, dass ein zweiter Versuch nicht schaden würde.
Herr Schmitz erklärte den Ablauf: Sie wollten am Montag beginnen und das Experiment bis Freitag durchführen. Er stellte einige Regeln auf, wovon die wichtigste lautete, dass niemand aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden dürfe. Zudem sollte jeder ein blaues Hemd und eine blaue Hose tragen, damit man die Gruppe als starke, zusammenhaltende Einheit erkenne. Alle waren einverstanden.
Als sie sich am Montag trafen, trugen alle die vorgeschriebene Kleidung. Die Teilnehmer der neuen Diktatur versammelten sich mit Herrn Schmitz in einem Raum. Er begann mit dem Unterricht. Als manche Schüler einfach in die Klasse riefen, wies er sie an, sich beim nächsten Mal erst zu melden. Sobald sie aufgerufen würden, müssten sie aufstehen und erst dann ihre Antwort sagen. So verfuhren sie von nun an immer; wer es vergaß oder sich nicht daran hielt, wurde bestraft.
Jeden Tag lernten sie etwas Neues dazu. Für das Ende der Woche planten sie eine Veranstaltung für die gesamte Schule, um zu zeigen, dass ein solches System für alle von Vorteil sein könnte. Sie überlegten sich, wie sie die Schulleitung davon überzeugen könnten, das Projekt auf die ganze Schule auszuweiten. Sie planten Aktionen, die verdeutlichen sollten, dass man als Gemeinschaft viel mehr erreichen kann als allein, da Zusammenhalt das Wichtigste sei. Sie halfen anderen Schülern, wo sie nur konnten.
Dies fiel dem Schulleiter natürlich auf. Er wunderte sich, dass Schüler, die zuvor als frech und unberechenbar galten, sich so schnell verändert hatten. Er fragte Herrn Schmitz danach, doch dieser antwortete nur, dass er es am Freitag früh genug erfahren würde. Der Schulleiter meinte daraufhin, dass er schon sehr gespannt sei.
Am nächsten Tag berichteten die Schüler Herrn Schmitz von ihren guten Taten für die Gemeinschaft. Herr Schmitz schlug vor, eine eigene Webseite zu erstellen, um dort alles zu dokumentieren. Die Idee fanden alle super. Ein paar Schüler taten sich zusammen und begannen, an Herrn Schmitz’ Computer zu arbeiten. Dort entdeckten sie jedoch, dass sie von einer anderen Gruppe aus der Stadt bedroht wurden. Da sie bereits während der Zeit unter Herrn Wenger viele Wände besprüht und dabei das Zeichen einer anderen, gefährlichen Gruppe übermalt hatten, gab es damals schon Streit, der jedoch als geklärt galt. Anscheinend hatte sich diese Gruppe nun per E-Mail gemeldet.
Sie sagten sofort Herrn Schmitz Bescheid. Dieser war außer sich und beschloss, die Sache zu klären. Sie schickten der Gruppe eine Nachricht zurück und schlugen ein Treffen vor, um in Ruhe zu reden. Das Treffen fand am Donnerstagnachmittag am Bahnhof statt. Die andere Gruppe erschien zehn Minuten zu spät und war deutlich in der Überzahl, doch die Gruppe von Herrn Schmitz ließ sich nicht einschüchtern. Herr Schmitz ging zur anderen Gruppe, er fragte, wie sie heißen würden. Sie meinten, sie würden „Die Asses“ heißen. Er fragte, wie man dieses Problem lösen könne, doch auf einmal holte jemand der Asses ein Messer hervor, ohne, dass jemand davon mitbekam. Er antwortete: „Keine Ahnung“, und ging näher zu Herrn Schmitz, „vielleicht so.“ Er stach Herrn Schmitz fünf mal hintereinander in die linke Brusthälfte. Herr Schmitz fiel auf den Boden und war direkt tot. Die Asses guckten sich alle gegenseitig an und rannten weg. Die Schüler laufen zu Herrn Schmitz‘ Leiche und riefen Polizei und Krankenwagen. Bei deren Ankunft erzählten sie, was alles passiert war.
Von diesem Moment an schworen sich alle, die Welle niemals mehr zu erwähnen oder auch nur daran zu denken, da ihr erster Lehrer im Gefängnis saß und der zweite nun tot war.
Über den Vorfall wurde in der Zeitung, den Nachrichten und sonst überall berichtet. Es wurde gewarnt solche Dinge nicht zu unternehmen, da sie sehr gefährlich oder lebensbedrohlich werden würden.
