Das Problem mit Musik: Nur zum Hören erstellt?

Das Problem mit Musik: Nur zum Hören erstellt?

Musik begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden und entwickelt sich ständig weiter. Durch neue Technologien hat sich die Art, wie wir Musik hören, produzieren und teilen, bereits stark verändert. In Zukunft wird dieser Wandel wahrscheinlich noch schneller voranschreiten. Künstliche Intelligenz kann heute schon eigene Lieder komponieren, und Radio Songs toppen die Charts jeden Tag. Doch wieso ist das so? Was liegt dahinter? 

 

Heutzutage kannst du den Unterschied von zwei Radio-Songs kaum erkennen. Viele Songs werden heute gezielt produziert, um so viel Profit wie möglich zu erreichen. Kreativität sinkt schon seit Jahren und es wird immer schwieriger, einen “guten Song” im Radio zu hören. Technologie macht es einfacher, Musik zu erschaffen, leider bringt es nicht sehr viel bei leblosen Songs, die nur für den Algorithmus gemacht werden. Dies wird klar sichtbar bei den Jugendlichen. 74% der deutschen Jugendlichen benutzen Streaming Plattformen, statt das Radio einzuschalten, um lahme, ereignislose Songs zu hören. Verständlich, Radios spielen ältere, kreativere, lebvollere und originale Songs nicht mehr.  

 

Liegt es aber wirklich an den neuen Songs, oder nur an die Nostalgie von älteren Alben und Songs?  

‘The Dark Side of the Moon’ ist eines der bekanntesten Alben aller Zeiten. Das Album wurde 1973 von Pink Floyd veröffentlicht und gilt bis heute als Meilenstein der modernen Musik. Es war kreativ, experimentell und wagte es, neue Wege zu gehen. Die Band zeigte, dass Musik nicht nur für zuhören gemacht ist und dass es viel mehr sein könnte. Genau das fehlt vielen heutigen Radiosongs. Sie folgen oft denselben Mustern und verschwinden nach kurzer Zeit wieder aus dem Gedächtnis. Ein echter Klassiker dagegen bleibt über Jahrzehnte relevant und wird immer wieder neu entdeckt. 

 

Doch vielleicht liegt das Problem nicht nur bei den Künstlern. Auch wir als Zuhörer beeinflussen, welche Musik erfolgreich wird. Wie oft hören wir einem neuen Song aufmerksam zu, bevor wir zum nächsten wechseln? Streaming-Plattformen und soziale Medien fördern oft kurze Trends statt langfristiger Klassiker. Dadurch entsteht Druck, Musik zu produzieren, die sofort ins Ohr geht, anstatt etwas Neues und Mutiges auszuprobieren. Wenn wir uns eine Zukunft mit kreativer und vielfältiger Musik wünschen, müssen wir auch bereit sein, Künstlern Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. 

Nach dem letzten Atemzug – gibt es ein Danach?

Nach dem letzten Atemzug – gibt es ein Danach?

Der Tod, die Zukunft jedes Einzelnen. Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kennen, plötzlich endet? Ist da Leere – oder beginnt etwas Neues? 

 Wir werden es alle einmal erleben, doch niemand wird jemals wissen, was danach passiert. Früher oder später kommen wir jedoch an einen Punkt, an dem wir uns die Frage stellen: „Was kommt danach?“. Aufgrund der Ungewissheit gehen die Meinungen auseinander, was auch in den von uns geführten Interviews sichtbar wird. Durch die Perspektiven der Befragten werden die verschiedenen Sichtweisen deutlich. Befragt wurde sowohl die Pastorin Frau Jöhnk, die im Bereich Süd-Angeln tätig ist, als auch zwei Schülerinnen der Lornsenschule.  

 

 

 

 

 

Interview mit Emelie aus der 9a. 

 

Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod? 

Antwort: 
Ich glaube, dass zuerst eine Phase kommt, in der man in den Himmel kommt. Also ich bin ja Christin, und ich glaube, dass man danach an den Ort kommt, an den man gehört. Manche Menschen können vielleicht als Aura auch noch bei ihren Geliebten sein oder manche chillen so oben. 

 

Frage: Glaubst du, dass man dann unendlich weiterlebt, also dass man da nie wieder rauskommt? 

Antwort: 
Ja, ich glaube schon. Ich glaube, dass man ein bisschen entscheiden kann, wo man dann ist. Manche Menschen glauben ja zum Beispiel, dass man wieder als etwas Neues auf die Erde kommt. Das glaube ich persönlich nicht. Ich denke eher, dass man dort einfach sein kann und vielleicht auch machen kann, was man will. 

 

Frage: Denkst du, dass wir vor diesem Leben schon einmal existiert haben? 

Antwort: 
Ja, vielleicht … doch schon. Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht schon einmal gelebt hat – vielleicht auch in einer Art parallelem Leben.  

 

Frage: Es gibt ja auch Nahtoderfahrungen, bei denen Menschen ein Licht sehen. Was glaubst du, was dieses Licht ist? 

Antwort: 

 Also das ist jetzt wieder so die christliche Schiene. Ich glaube, dass man, wenn man dieses Licht sieht, man den Weg Gottes geht. Vielleicht fühlt man sich dann auch erleichtert oder erlöst. Zum Beispiel wenn man krank war, dass man dann merkt: Jetzt bin ich wieder gesund.  

 

Frage: Hast du Angst vor dem Tod? 

Antwort: 
Ehrlich gesagt weiß ich das nicht genau. Ich finde das Leben eigentlich ganz cool. Aber ich glaube auch, dass man nach dem Tod vielleicht ein bisschen befreit ist von allem, was man im Leben so mit sich herumträgt. Ich sage mal so, ich habe Respekt vorm Tod, aber keine Angst. 

 

Frage: Wenn man im Himmel ist – glaubst du, dass man dort noch seine Sinne hat und mit anderen sprechen kann? 

Antwort: 
Ja, das glaube ich schon. Ich habe da eine ganz bestimmte Vorstellung. Ich glaube, dass man dort auch seine verstorbenen Familienmitglieder wiedertrifft. Vielleicht sind dann alle wieder zusammen. 

 

Frage: Wie stellst du dir diesen Ort vor? 

Antwort: 
Ich glaube nicht, dass es genauso aussieht wie hier auf der Erde. Ich stelle mir das eher wie eine Art Paradies vor – vielleicht mit Wolken oder so. Aber ich denke, es ist für jeden Menschen der perfekte Ort, so wie er ihn sich vorstellt. 

 

Interview mit einer Schülerin von der Lornsenschule. 

 

Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod? 

Antwort: 
Ich glaube, dass man wiedergeboren wird – in einem neuen Körper. Dabei verliert man aber alle Erinnerungen an sein vorheriges Leben. Trotzdem glaube ich, dass ein Teil von dir weiterhin auf der Welt präsent ist, auch wenn du dann keine richtige Kontrolle mehr darüber hast. 

 

Frage: Was hältst du von Nahtoderfahrungen, bei denen Menschen ein Licht sehen? 

Antwort: 
Ich glaube tatsächlich daran. Ich denke, dass man aus einem bestimmten Grund stirbt. Wenn man eine Nahtoderfahrung hat, bedeutet das vielleicht, dass man noch nicht sterben sollte und deshalb wieder zurückgeholt wird. 

 

Frage: Hast du Angst vor dem Tod? 

Antwort: 
Ich glaube nicht – zumindest nicht, wenn alles ruhig und friedlich endet. Aber wenn man sehr leiden müsste, hätte ich wahrscheinlich schon Angst. 

 

Frage: Manche Menschen sagen, sie sehen Geister. Denkst du, dass das möglich ist? 

Antwort: 
Ja, ich glaube schon, dass es so etwas geben könnte. Vielleicht gibt es eine Art Präsenz von Menschen, die gestorben sind. Manche nennen das paranormal. Vielleicht kann man mit ihnen auf irgendeine Weise kommunizieren. 

 

Frage: Wie stellst du dir das Leben nach dem Tod vor? 

Antwort: 
Ehrlich gesagt habe ich dafür keine richtige Vorstellung. Ich glaube nicht, dass alle Menschen einfach an einem Ort zusammenkommen, wie auf einer großen Party. Ich denke eher, dass es eine Art Kreislauf ist. 

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Interview mit der Pastorin Nadja Jöhnk. 

 

Frage: Was glaubst du, passiert nach dem Tod?                                                                                             
Antwort: 
Ich glaube nicht, dass nach dem Tod einfach „nichts“ ist. Sondern ich glaube, dass es ein großes Gehalten gibt, dass ein Mensch nicht von dieser Welt verloren gehen kann. Aber ich habe keine feste Vorstellung davon, zum einen wo das ist und auch nicht wie sich das anfühlt. Aber was ich ganz sicher glaube, ist dass es nichts mit unserem Körper zu tun hat, sondern dass es ein anderes „Sein“ ist. Was ich allerdings nicht weiß, ob man das hinterher noch weiß wer man war… Ich weiß es nicht, ich kann es nicht klar mit Ja beantworten. In erster Linie glaube ich aber, dass es was mit Gott zu tun hat. 

Frage: Glaubst du, dass es danach einen Ort für immer gibt? 
Antwort: 
Ja! Ich glaube tatsächlich, dass menschliches Wissen darüber so klein ist, dass ich es mir gar nicht anders vorstellen könnte als dass es für immer ist, weil was sollte denn danach kommen? Ich glaube jedes Kind wünscht sich, dass irgendetwas für immer ist, wenn es schön ist und so wünsche ich mir das auch. Ich glaube es wird gut. 

Frage: Glaubst du an ein Leben vor der Geburt oder an Wiedergeburt? 
Antwort: 
Nein, das glaube ich nicht. Dann müsste es doch mittlerweile möglich sein, dass wir so leben können, dass es vielleicht nicht perfekt aber optimal ist. Also dass wir daraus gelernt hätten. Es gibt einen guten Grund warum wir hier sind und Gott uns hier segnet. Und ehrlich gesagt möchte ich dieses Leben auch gar nicht immer wieder leben. 

Frage: Was glaubst, was das Licht, das bei Nahtoderfahrungen gesichtet wurde, sein könnte? Antwort: 
Davon habe ich auch schon gehört. Das haben mir schon selber Menschen berichtet und auch dass sie nicht zurückkehren wollten, dass sie eigentlich zurückgeholt worden sind. Und es nicht so einfach war zurückzukommen, da sie innerlich bereits abgeschlossen hatten. Ich kann mir vorstellen, dass dieses „Licht“ ein Bild für ein Wohlfühlmoment und tiefe Entspannung ist. Man fließt einfach. 

Frage: Glaubst du, dass die Geister, die manche Menschen im Alltag sehen, eigentlich Tote sind? 
Antwort: 
Also es gibt auf jeden Fall sensiblere Menschen, die Dinge erleben, die andere nicht erleben. Und sehen Dinge, die andere nicht sehen. Also ich will das nicht von der Hand weisen. Ich selber gehöre nicht zu denen. Ich selber kann es auch nicht erklären, aber es ist mir auch schon passiert, dass ich eine Aussegnung hatte und eigentlich komme ich zu so einer Aussegnung hin und dann ist da der verstorbene Mensch und es ist so eine gehaltene Atmosphäre. Aber ich hatte auch schon diese Situation, dass ich reinkam und das Gefühl hatte, da lag zwar der Verstorbene, aber der war nicht mehr da. Der war irgendwie weg. Der hat sich schon auf den Weg gemacht. Vom Sehen her war nichts zu merken aber es war so ein inneres Gefühl. Insofern kriegen wir mehr Fragen als wir Antworten haben.  

 

Frage: Hast du Angst vor dem Tod? 
Antwort: 
Vor dem Tod eigentlich nicht. Ich glaube, irgendwann ist man „lebenssatt“, dann hat man irgendwie schon alles erlebt. Ich hoffe, dass ich immer einen starken Glauben habe, dass ich weiß da wird einer oder eine Kraft sein die mich auffängt. Angst habe ich eher vor dem Sterben – also davor, wie dieser Übergang ist und ob man allein ist. 

Frage: Glaubst du, wenn man irgendwo hinkommt, dass man da noch was erlebt? 
Antwort:     Also ich hatte letztens ein Trauergespräch mit einem Mann der wurde mir eigentlich als dement vorgestellt und seine Frau war verstorben und er hat mich sofort bei der Begrüßung schon mit der Frage konfrontiert „Ja alle anderen hier sagen wir werden im Himmel Kaffee trinken und ich werde meine Frau wieder treffen. Wie ist das eigentlich?“ Also ich wünsche mir natürlich, dass es Begegnungen geben wird und dass wünsche ich ihm auch. Aber ich muss das tatsächlich auch in andere Hände geben was sein wird. 
 

Eine wichtige Botschaft im Umgang mit dem Tod ist, dass wir keine Angst haben müssen. Auch wenn wir nicht wissen, was genau kommt, dürfen wir darauf vertrauen, dass es gut ist. Dieses Vertrauen kann helfen, mit der Unsicherheit zu leben. 

KI-Generation in der Zukunft – Feind oder Freund?

KI-Generation in der Zukunft – Feind oder Freund?

Die KI-Generation von Videos, Bildern und Songs hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und verändert die kreative Landschaft grundlegend. Moderne Modelle sind inzwischen in der Lage, aus einfachen Texteingaben realistische Bilder zu erzeugen, komplexe Musikstücke zu komponieren oder sogar ganze Videosequenzen zu generieren. Diese Technologien basieren auf großen Datenmengen und neuronalen Netzwerken, die Muster erkennen und eigenständig neue Inhalte erschaffen können.

Im Bereich der Bilderstellung ermöglichen KI-Tools heute detailreiche Illustrationen oder sogar Kunstwerke in bestimmten Stilen. Künstler nutzen diese Systeme zunehmend als Unterstützung, um Ideen schneller zu visualisieren oder neue kreative Ansätze zu entdecken. Ähnliches gilt für die Musikproduktion: KI kann Melodien und Rhythmen generieren, die als Grundlage für Songs dienen oder sogar vollständig eigenständig funktionieren.

Die Generierung von Medieninhalten durch KI steht zwar noch am Anfang, entwickelt sich jedoch rasant. Systeme wie Udio im Bereich Musik, Sora für Videogenerieren, Hugging Face als Plattform für offene KI-Modelle sowie Chat GPT für Text- und Dialogerstellung zeigen bereits heute, wie vielseitig generative KI eingesetzt werden kann. KI-Systeme können Texte schreiben, Bilder erzeugen, Musik komponieren oder kurze Videos aus einfachen Beschreibungen erstellen, inklusive Bewegung, Perspektive und teilweise sogar realistischen Figuren. In Zukunft könnten dadurch ganze Filme, Serien, Songs oder andere digitale Inhalte weitgehend automatisiert produziert werden.

Diese Entwicklung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Fragen nach Urheberrecht, Authentizität und ethischem Einsatz werden immer wichtiger. Zudem besteht die Gefahr von Missbrauch, etwa durch täuschend echte Fake-Inhalte und Deep Fakes.

Dennoch bietet die KI-Generation enormes Potenzial. Sie kann kreative Prozesse verstärken und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine intensivieren. Die Zukunft liegt wahrscheinlich nicht in der vollständigen Ersetzung menschlicher Kreativität, sondern in einer engen Kooperation, bei der KI als Werkzeug dient, um Ideen schneller, vielfältiger und zugänglicher umzusetzen.

Wählen ab 16 – Mitbestimmung braucht Vorbereitung

Wählen ab 16 – Mitbestimmung braucht Vorbereitung

Die Diskussion über das Wahlalter ab 16 wird seit Jahren geführt – meistens von Erwachsenen. Doch eigentlich betrifft sie uns Jugendliche am stärksten. Entscheidungen über Klimaschutz, Bildung oder soziale Gerechtigkeit bestimmen unsere Zukunft. Warum also sollen wir erst später mitentscheiden dürfen, obwohl es um unser Leben geht? 

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Jugendliche noch wenig Erfahrung mit Politik haben. Wenn ich in meinem Umfeld nachfrage, merken viele erst kurz vor Wahlen, wie das System funktioniert. Meinungen entstehen oft über soziale Medien, Freunde oder die Familie. So entsteht schnell ein „Mit-dem-Strom-Schwimmen“, statt sich selbst eine fundierte Haltung zu bilden. 

Ein Grund dafür liegt auch in der Schule. Politische Bildung wird oft nur kurz vor Wahlen behandelt – manchmal erst Wochen vorher. Dann sollen Schülerinnen und Schüler in kurzer Zeit lernen, wie Parteien funktionieren, welche Programme sie vertreten und wie das Wahlsystem aufgebaut ist. Aber kann man sich in so kurzer Zeit wirklich eine eigene, fundierte Meinung bilden? Wahrscheinlich nicht. 

Genau hier liegt für mich der Kernpunkt: Politik muss früher und regelmäßiger im Unterricht behandelt werden. Wenn wir über mehrere Jahre hinweg immer wieder lernen, wie politische Prozesse funktionieren und wie Entscheidungen unser Leben beeinflussen, könnten Jugendliche sich besser vorbereiten und eigenständiger abstimmen. 

Ich selbst als 15-Jährige, will noch nicht wählen, weil ich oft das Gefühl habe, dass ich zu wenig weiß und sonst einfach irgendetwas auswähle. Deshalb stehe ich der Idee, schon unter 16 wählen zu dürfen, neutral gegenüber. Beim Wahlrecht ab 16 sehe ich das jedoch anders: In diesem Alter beschäftigen sich viele Jugendliche zunehmend mit gesellschaftlichen Themen, sei es Klimaschutz, Bildung oder berufliche Perspektiven. Jugendliche sollten die Chance haben, ihre Meinung einzubringen – vorausgesetzt, sie werden gut informiert. 

Bei sehr großen Wahlen, wie z.B. auf Bundesebene, könnte es jedoch sinnvoll sein, besonders auf politische Bildung zu achten. Erfahrungen aus Ländern wie Österreich oder Schottland, wo ab 16 gewählt werden darf, zeigen, dass junge Menschen oft motiviert sind, sich einzubringen, gleichzeitig aber gezielte Vorbereitung brauchen  

Am Ende zeigt sich: Wählen ab 16 kann eine echte Chance sein, junge Menschen stärker in die Demokratie einzubeziehen. Entscheidend ist aber, dass sie früh genug lernen, wie Politik funktioniert – damit sie ihre Stimme bewusst und verantwortungsvoll nutzen können. 

 

Kommentar – Schlafen Sie auf der Parkbank, Herr Merz?

Kommentar – Schlafen Sie auf der Parkbank, Herr Merz?

Der Wert einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht, sagt man. Was machen wir gegen Obdachlosigkeit und Armut? Die Verantwortung, es besser zu machen, liegt bei der Politik. 

In Deutschland gibt es laut der Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe geschätzt eine Million Wohnungslose, davon sind 50.000 Menschen ohne jegliche Art von Unterkunft und somit obdachlos. Solche Zahlen sind alarmierend, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Trend keineswegs in eine positive Richtung geht. Aber statt mehr Geld in sozialen Wohnungsbau und Hilfeprojekte zu stecken, möchte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann die Schwelle für den Spitzensteuersatz nach oben verschieben und damit die deutschen Steuereinnahmen senken. Entlastung für die obere Mittelschicht statt der bedürftigeren Unterverdienenden und gleichzeitig weniger Geld für Hilfeprojekte. 

Piekser in Parkbänken? Nein danke! 

Ein nicht weniger dramatisches Beispiel zur Lage hier ist die sogenannte „defensive Architektur“. Hinter diesem euphemistischen Begriff verbirgt sich nichts anderes als Menschenfeindlichkeit. Potenzielle Schlafflächen und Aufenthaltsbereiche für obdachlose Menschen werden bewusst zerstört, unterbrochen und unnutzbar gemacht, zum Beispiel indem Bänken durch Armlehnen die Schlaffunktionen genommen werden. In manchen Ländern wird auch das Konzept getestet, dass eine Parkbank erst nach Münzeinwurf nutzbar ist. Ein Prinzip, das nur Symptome statt Ursachen bekämpft und damit das Problem auf groteske Art und Weise zu kaschieren versucht. Obdachlose werden als unerwünscht eingestuft, weil sie dem perfekten Stadtbild schaden. Liebe Grüße an Herrn Merz an dieser Stelle.  

Monopolywahnsinn in jeder zweiten Innenstadt 

 Schlossallee und Parkstraße mit je drei Häusern – 4.000 € Miete? In Monopoly schon etabliert, ist es in der Münchner Innenstadt inzwischen auch keine Seltenheit mehr. Der Unterschied: In München bekommst du keine drei Häuser, sondern nur eine 100 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung. Um innerhalb eines 15-Kilometer-Radius‘ zum Marktplatz wohnen zu können, muss man oft genug schon Mr. Monopoly selbst sein. Wer wieder mehr sozialen Wohnungsbau fordert, wird direkt als Ultralinker bezeichnet. Aber sozialer Wohnungsbau bringt nun mal weniger Geld als eine voll bebaute Schlossallee. Und auf den Gemeinschaftsfeldern gibt es auch keine Sozialleistungen mehr. 

Mietpreisbremse ist das Minimum 

Riesenkonzerne wie Vonovia leben oft genug auf Kosten der Mieter, die teilweise auch illegalen Mieterhöhungen ausgesetzt werden. Bei ihren mehr als 500.000 Wohnungen in ganz Deutschland probiert der Immobilienkonzern immer wieder neue Tricks aus, um ihre Mieterinnen und Mieter noch mehr zur Kasse zu bitten, zum Beispiel aufgrund der angeblichen Verbesserungen der Wohnlage. Problematisch: Im deutschen Bürokratiedurcheinander hat kaum ein Mieter den Durchblick im Mietrecht. Die umstrittene Mietpreisbremse ist ein gutes Konzept, das aber auch gut umgesetzt werden muss. Aber anstatt dem Mietwahnsinn Einhalt zu gebieten, hilft die CDU oft dann doch lieber den Lobbyisten als den Hilfebedürftigen.  

Besteuert die Reichen 

Unser Sozialstaat braucht dringend Reformen. Obdachlosigkeit muss genau so wie Wohnungslosigkeit bekämpft und nicht ignoriert werden, der Bürokratiedschungel gelichtet werden und die Reichen stärker besteuert werden. Mal so nebenbei: Die reichsten 100 Menschen Deutschlands haben mehr Vermögen angesammelt als die ärmeren 50% der Bevölkerung zusammen. Soziale Gerechtigkeit muss endlich her, aber mit der CDU/CSU unter Merz, Söder und Linnemann wird das wohl nicht funktionieren. Ob Herr Merz wohl eine Nacht in einer ungemütlichen Innenstadt auf stacheligen Parkbänken überstehen würde? 

Musks Mars-Mission

Musks Mars-Mission

Land war schon immer ein knappes, aber auch das beste Investment. Doch mit wachsender Bevölkerung und Globalisierung wird diese Knappheit immer spürbarer: Regenwälder werden für Land gerodet, Megacitys wachsen zu Slums heran. Der reichste Mensch der Welt hat sich damit schon länger beschäftigt und eine „Lösung“ gefunden: Die Lösung ist es, neun Monate durch den Weltraum zu reisen, während sich deine Knochen abbauen, und sich auf einem kosmisch verstrahlten Planeten zu vergraben, dem Mars. 

Auf diese Lösung bereitet er sich mit jeder neuen Firma vor. Tesla gibt die funktionierenden Autos, Hyperloop ist der passende Zug, die Boring Company bohrt die Höhlen zum Leben, Neuralink lässt dich halbwegs den Verstand behalten, und alles wird von SpaceX, inklusive dir, zum Mars gebracht, um dort eine traurige Existenz zu haben. 

Stattdessen wäre ein Leben mit Sonne, ohne kosmische Strahlung, mit einer Schwerkraft so stark wie die der Erde und besserer Aussicht möglich, auf der Venus, unserem Schwesterplaneten. Er heißt Schwesterplanet, weil er alles von der Erde hat, außer ein Ökosystem auf seiner 482 °C heißen, mit Säure regnenden Oberfläche und der 90mal dünneren Atmosphäre. Die Anziehungskraft beträgt 90 % der der Erde, Mars im Vergleich 38 %, was weniger Knochenabbau bedeutet und somit weniger Sport. 

Das erwähnte Leben mit der Sonne ist möglich durch das erdähnliche Magnetfeld, das eine auf der Atmosphäre schwimmende Basis vor kosmischer Strahlung schützen würde. Auf der Venus gibt es in 50 km Höhe erdähnlichen Druck und Temperatur, weil die Umgebung aus dichtem CO₂ besteht, welches man mit genügend Oberfläche als „Meer“ für eine schwimmende Basis nutzen kann. 

Und in einer StarWarsBespinWolkenstadtartigen Basis zu leben, wäre viel schöner, lebenswerter und einfach besser, als sich wortwörtlich zu vergraben. Denn die Zukunft liegt nicht hier zu oder unter unseren Füßen, sondern in einer weit, weit entfernten Galaxis…