Handysucht – Vernichten wir unsere Intelligenz?

Handysucht – Vernichten wir unsere Intelligenz?

„It is okay to own a technology, what is not okay is to be owned by technology.“   

Abhijit Naskar 

 

Das Handy – wir alle haben es, wir alle benutzen es, doch was macht es mit uns? 

 

Seit einigen Jahren sind viele, oft ältere, Menschen überzeugt, dass das Handy die jüngere Generation verblöden würde. Expertenmeinungen gehen bei diesem Thema oft auseinander. Wissenschaftliche Studien, wie zum Beispiel die One Century of Global IQ Gains-Studie, zeigen jedoch, dass der IQ von jüngeren Menschen im Durchschnitt höher ist als der von älteren. Was sich allerdings rapide verschlechtert hat, ist die Aufmerksamkeitsspanne, wie die Association between mobile phone use and inattention in 7102 Chinese adolescents-Studie zeigt. 

 

Was jedoch auch ein oft gehörter Vorwurf ist, ist, dass „die jungen Menschen heutzutage ja gar keine Ahnung hätten, alle immer nur am Handy“. Dieses Vorurteil lässt sich jedoch teilweise widerlegen, denn an der Lornsenschule wurde ein Allgemeinwissenstest durchgeführt. Parallel wurde die tägliche Bildschirmzeit der Befragten ausgewertet. 

 

Wir erstellten diesen Test in der Hoffnung, einen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und den falschen Antworten der Schüler zu finden – doch es gibt ihn nicht.   

Im Schnitt haben die Befragten der achten Klasse ca. 70 %, die Befragten aus der neunten Klasse ca. 80 % des Tests richtig beantwortet. 

 

Dennoch kann dieser Test nicht die Intelligenz eines Menschen anhand von Antworten zeigen, da ein Unterschied zwischen Allgemeinwissen und Intelligenz besteht. Allgemeinwissen ist eine Sammlung von Informationen, die durch Lesen oder Hören von Fakten erlangt werden können. Hingegen versteht man unter Intelligenz die Fähigkeit, neue Informationen zu verarbeiten, um Probleme zu lösen oder sich an neue Umstände anzupassen. 

 

Viele intelligente Menschen verfügen über ein breites Allgemeinwissen; Menschen, die weniger intelligent sind, können aber dennoch über ein ebenso breites Allgemeinwissen verfügen. Unser Allgemeinwissenstest sagt also eher aus, wie gut eine Person sich Informationen merken und abspeichern kann. 

 

Intelligenz wird von der Wissenschaft als kognitive Fähigkeit angesehen. Was auf den ersten Blick nicht relevant scheint, ändert jedoch sehr viel, denn viele Studien, wie z. B. Facebook and texting made me do it: Media multitasking and academic performance, zeigen, dass die Nutzung des Handys in Lernphasen die Leistung des Gehirns beeinträchtigt, was zu schlechterem Abschneiden führt. 

 

Die sozialen Medien haben zudem auch einen großen Einfluss auf unsere Selbstregulation, was vor allem bei jüngeren Menschen zu Emotionsstörungen (z. B. Depressionen) führen kann. Wichtig ist zu wissen, dass soziale Medien allein nicht der Grund für eine Störung sind, aber ein Verstärker sein können.   

Mangelnde Selbstregulation kann zum Verfehlen von Zielen führen, was sich zu einer dauerhaften Gewohnheit entwickeln kann. Deshalb ist es so wichtig, dass vor allem Kinder schon früh lernen, sich zu kontrollieren. 

 

Also ja – Handys machen uns in gewisser Weise dumm. Sie halten uns davon ab, unser volles Potenzial auszuschöpfen. Wir werden nicht dümmer geboren; unser Verhalten und der Umgang mit Medien lassen uns unsere volle Intelligenz nur nicht ganz entfalten. 

 

Doch Medien werden in unserer Welt immer wichtiger, denn schon jetzt sind wir auf Handys oder Laptops angewiesen. Computer leiten Boarding-Check-ins, und künstliche Intelligenz hilft schon heute bei der Krebserkennung. Voraussichtlich werden wir in Zukunft immer mehr Kontakt mit Handys haben.   

Wer schuld ist an der ganzen Sache oder die Verantwortung trägt, lässt sich schwer sagen. Doch was zählt, ist, wie wir im Hier und Jetzt damit umgehen, denn leiden tun vor allem die Jüngsten, welche ohne Vorwarnung in eine Welt voller Tücken und Fallen hineinwachsen. 

 

Doch einen Lichtblick gibt es: Die Menschheit hat schon viele Krisen und Krankheiten überwunden, sei es die Pest oder die Spanische Grippe. Alles hat ein Ende, auch wenn es hoffnungslos scheint. Menschen lernen und sind in der Lage, Probleme zu lösen.   

Ältere Menschen sehen oft die Probleme, da sie selbst nicht betroffen sind, doch es ist längst nicht mehr nur ein „Problem“ – es ist eine Sucht. 

 

Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, dass wir weniger am Handy sind – vielleicht einfach mal Zeit mit den Eltern verbringen oder öfter rausgehen. Es gibt fast unendlich viele Alternativen für das Handy, man muss es nur wollen. 

 

Wir haben uns natürlich nicht nur auf die jüngere Generation fokussiert, sondern auch ein paar unserer Fragen an die Generation Y, auch bekannt als die Millennials, gestellt. Viele unserer befragten Lehrer haben dieselbe Meinung, wenn es um die Handynutzung der Schüler/innen geht. Sie sind der Meinung, Schüler/innen im Alter von sieben bis dreizehn Jahren sollten noch gar kein Handy haben oder es sollte eine Bildschirmzeitbegrenzung geben, „da es sich sonst auf die Konzentration der Schüler/innen auswirken könnte“. 

 

Im Unterricht von einem unserer Informatiklehrkräfte haben wir die Frage gestellt: „Wie lange sind Sie denn täglich in den Medien aktiv?“   

Er hat geantwortet: „Naja, ich arbeite da täglich dran, aber nur für Freizeit sind es mindestens zwei Stunden am Tag.“   

Ein anderer unserer Lehrer hat auf die Frage geantwortet: „Täglich bin ich schon bis zu fünf Stunden an meinen Geräten dran, jedoch hängt es davon ab, wie viel Zeit ich an meinem Laptop verbringen muss, da ich schließlich meine Präsentationen für den Unterricht darauf erstelle.“ 

 

Eine weitere Frage, die wir gestellt haben und die eindeutig mit einem ausdrücklichen „Ja“ beantwortet wurde, war: „Denken Sie, dass eine hohe Bildschirmzeit in den sozialen Medien das Lernpotenzial der Schüler/innen verändert?“ 

 

Da sich viele Schüler/innen täglich fragen: „Wie kann ich denn jetzt weniger Bildschirmzeit haben?“, wurde uns die Antwort darauf klar und deutlich gegeben:   

„So viele Kinder haben heutzutage keine Hobbys. Dann ist es klar, dass sie so fixiert auf ihre Handys sind, wenn sie nicht mal von ihren Eltern rausgehen müssen, sondern nur im Bett liegen können!“   

Noch eine Antwort war: „Apps löschen! Oder sich wenigstens eine klare Begrenzung geben. Es gibt schließlich heutzutage Apps, mit denen man das einstellen kann. Und wenn man so etwas nicht selbst machen möchte, müssen irgendwann die Eltern dazwischengehen.“ 

 

Letztendlich können wir bestätigen, dass weder das Handy noch die sozialen Medien allein schuld daran sind, dass unsere Aufmerksamkeit verschwindet oder wir unser Potenzial nicht voll ausschöpfen. Entscheidend ist, wie wir selbst – und wie Eltern, Schulen und die Gesellschaft – mit Handys umgehen. Verantwortung beginnt im Kleinen: bewusster Konsum, klare Grenzen und der Mut, sich Auszeiten zu nehmen. Wenn wir lernen, Medien als Werkzeug statt als Zeitvertreib unseres Alltags zu sehen, können wir die Vorteile nutzen, ohne unsere Konzentration oder unsere Intelligenz zu gefährden.  

 

 

Alina und Ida, WPU 1  

Flynn, J. R. (1984–2013). One Century of Global IQ Gains. 
Zheng, F., Gao, P., He, M., Li, M., Wang, C., Zeng, Q., & Zhou, Z. (2014). 
https://doi.org/10.1186/1471-2458-14-1026 Rosen, L. D., Carrier, L. M., & Cheever, N. A. (2013). 

In: Computers in Human Behavior, 29(3), 948–958.  https://doi.org/10.1016/j.chb.2012.12.001 

Zitat Naskar, A. (2017).The Gospel of Technology. 

Eigene Erhebung (2025),Allgemeinwissenstest und Bildschirmzeit-Auswertung an der Lornsenschule 

 

 

 

 

 

 

„Zwischen Likes und Loyalität“ – Was Freundschaft in der heutigen Zeit noch bedeutet

„Zwischen Likes und Loyalität“ – Was Freundschaft in der heutigen Zeit noch bedeutet

Freundschaft bestand früher aus gemeinsamen Momenten, Gesprächen sowie echten Reaktionen und Handlungen. Sie entwickelte sich langsam, wuchs mit Vertrauen und lebte von Nähe. Heute wird diese Art von Freundschaft jedoch immer mehr von Filtern, kurzen Nachrichten und schnellen Reaktionen ersetzt. Für viele fühlt sich Freundschaft nicht mehr wie etwas Reales an, sondern wie etwas, das ständig gesehen, bestätigt und bewertet werden muss. Das Handy steht dabei fast immer im Mittelpunkt des Alltags. 

Es begleitet heute jede Lebenssituation: jede Unterhaltung, jede Verabredung und jede Pause zwischen zwei Sätzen. Kaum ein Moment bleibt unbeobachtet oder ungeteilt. Dadurch entsteht ein dauerhafter Druck, der auf den ersten Blick kaum sichtbar ist, den aber viele Menschen in Freundschaften und Beziehungen immer stärker spüren. Erwartungen wachsen, ohne ausgesprochen zu werden, und Unsicherheiten entstehen dort, wo früher Gelassenheit herrschte. 

In Gruppen von Jugendlichen entsteht oft der Eindruck, niemand wolle den anderen bewusst vernachlässigen. Das Handy wirkt jedoch wie ein riesiger Störfaktor: Es lenkt von Gesprächen ab und unterbricht sie, ersetzt Emotionen durch Emojis und verdrängt die echten Menschen – die, die eigentlich zählen sollten. Freundschaft wird dadurch fragmentiert, aufgeteilt zwischen realer Nähe und digitaler Aufmerksamkeit. 

Häufig sieht man Gruppen gemeinsam im Park sitzen, doch die Aufmerksamkeit ist auf die Bildschirme verteilt. Jeder ist in sein Handy vertieft und bemerkt nicht einmal, wenn andere Menschen vorbeilaufen. Möchte jemand etwas Wichtiges erzählen, schauen alle nur halb hoch, weil noch ein unbeantworteter Chat wartet. Es entsteht eine Art Dauerrauschen, gegen das echte Stimmen kaum ankommen. Gespräche verlieren an Tiefe, an Ehrlichkeit und an Bedeutung. 

Wenn digitale Zeichen wichtiger werden als Worte 

Vor allem verändern digitale Gewohnheiten das Vertrauen zwischen Menschen. Oft wird die Bedeutung einer Freundschaft daran gemessen, wie schnell jemand antwortet oder wer auf die neueste Instagram-Story reagiert hat. Ein Chat mit der Anzeige „zuletzt online vor zwei Minuten“ kann plötzlich große Unsicherheit auslösen. Gedanken beginnen zu kreisen, obwohl es eigentlich keinen konkreten Anlass gibt. 

Eine fehlende Reaktion reicht manchmal schon aus, um einen Konflikt entstehen zu lassen. Freundschaft wird dadurch angreifbar – nicht wegen großer Probleme, sondern wegen winziger digitaler Zeichen, die wie versteckte Botschaften wirken. Diese Zeichen werden interpretiert, verglichen und überbewertet, bis sie mehr Gewicht haben als das, was im echten Leben gesagt oder getan wird. 

Der Moment, in dem echte Treffen kippen 

Besonders heikel wird es, wenn echte und digitale Welt aufeinanderprallen. In vielen Freundesgruppen gibt es Momente, in denen die Stimmung innerhalb weniger Sekunden kippt. Ein typisches Beispiel sind gemeinsame Treffen: Anfangs sitzen alle zusammen, reden über Trends, Schule oder ihren Tag. Lachen füllt den Raum, Nähe scheint selbstverständlich. Doch dann wird ein Foto gemacht. 

Zunächst sind alle begeistert. Sie rücken näher zusammen, ordnen ihre Haare, richten Schmuck und üben Posen. Doch sobald das Bild online ist, verändert sich die Atmosphäre schlagartig. Für einen kurzen Moment herrscht eine greifbare Stille. Alle warten auf die erste Reaktion – nicht auf Worte der Menschen neben ihnen, sondern auf Likes und Kommentare von Fremden im Internet. 

Gesichter beginnen zu strahlen, wenn Likes erscheinen, andere verblassen, wenn diese ausbleiben. Genau in diesen Momenten entstehen Konflikte. Manche fühlen sich übersehen, weil sie auf dem Foto schlecht getroffen sind oder am Rand stehen. Andere ärgern sich, weil sie nicht markiert wurden. Ein kurzer Blick aufs Handy reicht aus, um die Stimmung vollständig zu verändern und das Treffen in eine angespannte Situation zu verwandeln. 

Inmitten dieser wachsenden Anspannung wirken Freundschaften wie dünnes Glas, das jederzeit zu zerbrechen droht. Jede falsche Reaktion, jede unbedachte Handlung oder jeder unüberlegte Kommentar kann zum Bruch führen. Besonders betroffen sind Menschen, die sehr empfindlich auf digitale Zeichen reagieren und ihren eigenen Wert daran messen. 

Für sie wird jedes verpasste Like oder jede verspätete Antwort zu einem Beweis dafür, dass eine Freundschaft zu zerbröckeln beginnt. Dabei steckt meist keine böse Absicht dahinter – nur die ständige Angst, nicht mehr dazuzugehören oder ersetzt zu werden. 

Wenn Missverständnisse Freundschaften zerstören 

Der Höhepunkt wird erreicht, wenn kleine digitale Missverständnisse zu ernsthaften Situationen werden. Es beginnt harmlos: Ein Junge antwortet seiner Freundin nicht, postet aber eine Story. Eine andere schreibt in die Gruppe, ob man sich wieder treffen möchte – alle lesen es, doch niemand antwortet. 

Aus solchen Kleinigkeiten entstehen große Missverständnisse. Sätze wie „Warum hast du meine Nachricht gelesen, aber nicht geantwortet?“ werden zum Ausgangspunkt für Konflikte, die sich immer weiter aufschaukeln. Gefühle werden verletzt, Fronten entstehen, obwohl nie offen darüber gesprochen wird. 

Genau an diesem Punkt beginnt die Freundschaft zu zerbrechen. Nicht wegen echter Probleme, sondern wegen Unsicherheit. Es werden Strategien entwickelt, um herauszufinden, was los ist: Screenshots werden gemacht, Zeiten verglichen, andere befragt. Die Freundschaft steht unter einem emotionalen Druck, der so stark ist, dass jeder neue Chat die Situation weiter verschärft. 

Viele wissen nicht mehr, wie man Konflikte ohne Handy löst. In der echten Welt kann man Menschen nicht einfach blockieren oder stumm schalten. Die Spannung wächst, bis es schließlich still wird. Freundschaften lösen sich wortlos auf – durch Schweigen im Chat. Andere versuchen, die Situation zu retten, doch die frühere Nähe kehrt selten zurück. 

Zwischen Likes und Loyalität 

Die digitale Welt zwingt Freundschaften dazu, sich ständig zu beweisen. Nicht durch Vertrauen oder gemeinsame Zeit, sondern durch Reaktionen auf dem Handy. Die Angst, vernachlässigt zu werden, wächst stetig. Es entsteht ein Bewertungssystem, in dem jede Reaktion zählt und jede Pause misstrauisch betrachtet wird. 

Am Ende bleibt der Eindruck, dass Freundschaft heute nicht leichter geworden ist. Sie bewegt sich zwischen Nähe und Distanz, zwischen Aufmerksamkeit und Vernachlässigung, zwischen echten Gesprächen und stillen Chatverläufen. Das Handy ist kein neutraler Begleiter, sondern oft eine unsichtbare Last, die Freundschaften ungewollt unter Druck setzt. 

In einer Welt voller Verbindungen und Kontaktmöglichkeiten fehlt Freundschaften häufig das, was sie eigentlich ausmacht: Vertrauen, Zeit und echte Präsenz. Wenn diese Entwicklung anhält, stellt sich die entscheidende Frage: Bleibt inmitten von Likes, Views und Online-Statusmeldungen überhaupt noch Platz für Loyalität in einer echten Freundschaft? 

 

 

 

 

Online sicher sein

Online sicher sein

Das Internet ist ein wichtiger Teil im Alltag für Kinder und Jugendliche. Viele nutzen Online-Plattformen, um Spiele zu spielen, ihre Lieblings-Content-Creator anzuschauen oder mit Freunden und Freundinnen zu kommunizieren. 

Ein normaler Nachmittag: Ein 13-jähriger Junge kommt von der Schule nach Hause und schaltet seinen Computer ein. Wie so oft loggt er sich bei Roblox ein. Dort spielt er mit anderen Nutzern und chattet nebenbei. Einer dieser Spieler wirkt besonders nett und hilfsbereit. Der Junge denkt sich nichts dabei. 

Während das Internet viele positive Möglichkeiten anbietet, gibt es auch ernste Risiken. Kinder wissen oft nicht, welche Gefahren sie online begegnen, was Online-Kindersicherheit zu einem wichtigen und wachsenden Problem macht. Eltern, Schulen, Plattformen und Regierungen teilen sich die Verantwortung, junge Nutzer zu schützen. 

Eine der ernsten Online-Gefahren ist Grooming. Grooming passiert, wenn ein Erwachsener online Kontakt mit Kindern aufnimmt, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie später zu manipulieren. Täter geben sich oft als Kinder oder Jugendliche aus und benutzen eine freundliche Sprache. Mit der Zeit stellen sie persönliche Fragen, bitten um Geheimnisse oder schlagen einen privaten Chat vor. In manchen Fällen werden Kinder unter Druck gesetzt, persönliche Informationen oder unangemessene Bilder zu teilen. Die Anzahl der Grooming-Fälle ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, besonders auf Plattformen mit privaten Chats. 

Soziale Medien und Online-Spiele spielen dabei eine große Rolle. Discord gilt als besonders riskant, weil Nutzer dort private Server und Direktnachrichten mit wenig Kontrolle erstellen können. Viele junge Nutzer verwenden Discord, um beim Spielen zu reden oder neuen Communities beizutreten. Diese privaten Chats machen es jedoch schwer, auffälliges Verhalten zu erkennen. 

Auch auf Roblox, das eigentlich als kinderfreundliche Plattform gilt, gibt es viele Erfahrungen mit unangemessenen Inhalten. Dazu gehören Gewalt, sexuelle Anspielungen, Beleidigungen oder Fetische. Täter lernen Kinder oft über die In-Erfahrungs-Chats kennen und wechseln dann zu anderen Plattformen wie Discord, um dort weiterzuschreiben. 

Ein realer Fall aus den Vereinigten Staaten zeigt, wie gefährlich das sein kann. Ein 13-jähriger Junge lernte auf Roblox einen Nutzer kennen, der sich als gleichaltriger Jugendlicher ausgab. Sie spielten regelmäßig zusammen und schrieben oft. Nach einiger Zeit schlug der Nutzer vor, auf Discord weiter zu chatten. Dort wurde der Kontakt privater. Der Junge wurde emotional unter Druck gesetzt und dazu gebracht, intime Bilder zu schicken. Später wurde der Täter von der Polizei verfolgt. Der Junge litt danach unter starken seelischen Problemen. Seine Familie reichte eine Klage gegen Roblox und Discord ein, weil sie die Schutzmaßnahmen der Plattformen als unzureichend sah. 

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Kinder sind online oft Gewalt, sexuellen oder hasserfüllten Inhalten ausgesetzt, die nicht für ihr Alter geeignet sind. Algorithmen können Inhalte empfehlen, die Kinder überfordern oder verängstigen. Viele erleben auch Cybermobbing oder Belästigung. Solche Erfahrungen können Angst, Unsicherheit oder Vertrauensverlust auslösen. 

Viele Kinder sind neugierig und unerfahren im Internet. Sie verstehen die Risiken von Gesprächen mit Fremden oft nicht vollständig. Sicherheitsmaßnahmen sind auf vielen Plattformen schwach oder fehlen ganz. Die Anonymität des Internets hilft Tätern dabei, ihre echte Identität zu verstecken, was gefährliches Verhalten schwer erkennbar macht. 

Die Verbesserung der Online-Sicherheit von Kindern braucht Hilfe von mehreren Seiten. Eltern spielen eine wichtige Rolle, wenn sie offen mit ihren Kindern über Online-Aktivitäten sprechen. Sie sollten erklären, warum das Teilen persönlicher Informationen gefährlich sein kann. Kindersicherungen können helfen, sollten aber mit Vertrauen und Aufklärung verbunden werden. Schulen tragen ebenfalls Verantwortung, indem sie Kinder über Online-Sicherheit aufklären und ihnen zeigen, wo sie Hilfe bekommen können. 

Auch Online-Plattformen müssen mehr tun, um Kinder zu schützen. Einige Unternehmen nutzen bereits Altersverifizierung, zum Beispiel mit Ausweisen oder KI-Systemen. Plattformen sollten schneller auf Meldungen reagieren und mit Behörden und Kinderschutzorganisationen zusammenarbeiten. Regierungen nehmen das Thema ebenfalls ernster. Im Vereinigten Königreich verpflichtet der Online Safety Act Plattformen dazu, schädliche Inhalte für Kinder zu blockieren. Andere Länder diskutieren ähnliche Gesetze. Das Internet ist ein Ort für Lernen, Spaß und Kommunikation, aber auch eine Gefahr für Kinder. Grooming, unangemessene Inhalte und unsichere Kontakte bleiben große Probleme. Mit besserer Aufklärung und stärkeren Schutzmaßnahmen kann das Internet für Kinder sicherer werden.

Die jahrelange Tradition Noer pausiert

Die jahrelange Tradition Noer pausiert

„Noer war etwas ganz Normales was immer da war, doch jetzt ist es vorbei“, so die Aussage eines Mädchens aus der Mittelstufe. Viele Jahre war die Noerfahrt Tradition an der Lornsenschule. Ziel der fünftägigen Fahrt, ein gut vorbereitetes Weihnachtskonzert im Dom, welches traditionell im Dezember stattfindet. Seit diesem Jahr gibt es eine große Veränderung, aber erstmal von Anfang an.  

Alltag von Noer 

Es ist Mitte November, während die anderen Klassen im Unterricht sitzen, geht es für die Musikklassen auf nach Schloss Noer. Eine 45-minütige Busfahrt liegt vor ihnen. In Noer angekommen werden erstmal die Zimmer bezogen. Nach einer kurzen Ansprache der Musik Lehrkräfte geht es auch schon los. Der zweite Tag beginnt. Um sieben Uhr hört man die ersten Wecker und das Schloss füllt sich mit  

Leben. Eine Stunde später gibt es Frühstück. Die noch müden Schüler füllen sich Brötchen, verschiedenen Aufschnitte und noch andere Sachen auf ihre Teller. Nach ein paar Informationen von Herrn Kallies laufen die Schüler schnurstracks zu dem Kiosk, ein enttäuschtes Seufzen ist zu hören, als sie feststellen, dass der Kiosk nicht mehr öffnet, da auch hier der Personalmangel spürbar ist. Pünktlich um Neun Uhr hört man die ersten Chorgesänge, während im ehemaligen Reitstall die Tiny band und die Big Band probt. Um 12 Uhr essen alle gemeinsam zu Mittag, danach gibt es eine einstündige Pause. Nachmittags dann nochmals proben bis in die frühen Abendstunden. Vor der Schlafenszeit, die immer variiert je nach Konzentration der Schüler, haben alle noch ein wenig Freizeit. Dann geht es ins Bett. So sieht der Alltag auf Schloss Noer aus.  

 Es gab auch ein paar besondere Traditionen, zum Beispiel der traditionelle Strandausflug, der immer Mittwochnachmittag stattfand.  Ein weiteres Highlight auf der Fahrt war das sogenannte Treppenkonzert, welches immer am letzten Abend stattfand. Die Chöre und die Bands spielten und sangen das, was sie auf Noer erarbeitet hatten. Danach bestellten die 9. Klässler immer Pizza für alle, welches manchmal auch für Probleme gesorgt hat.  

Neben den Proben für das Weihnachtskonzert kam der Spaß auch nicht zu kurz, „Ich verbinde mit Noer viele Erinnerungen, wobei nicht alle positiv sind“ so die Aussage von einem Mädchen sie erzählt, dass sie sich daran erinnert, dass es jeden Morgen einen Streit um das beste Brötchen gab und schnick schnack schnuck gespielt wurde, um klarzumachen, wer Nachschlag holen gehen muss.  Doch sie ist nicht die Einzige, die mit Noer mehr verbindet als nur singen „Ich verbinde mit Noer viel Produktivität und Spaß“, so die Aussage von Lena, eine Schülerin aus der Klasse 9a.  

Warum die Fahrt abgesagt wurde 

Leider gab es in den letzten paar Jahren ein paar negative Ereignisse, weshalb die Musikfachschaft der Lornsenschule beschlossen hat, dass die Fahrt nach Noer in diesem Jahr nicht stattfindet. Wie es in den folgenden Jahren läuft, ist noch nicht bekannt. Diese Entscheidung sorgt bei den Schülern für verschiedene Meinungen. Lena zum Beispiel findet die Entscheidung nachvollziehbar, aber trotzdem schade. Auch sie verbindet mit Noer viele Erinnerungen und sagt, dass die geplante Probenwoche kein Vergleich zu Noer ist, da der Vibe nicht mehr so da ist. Außerdem wäre die Motivation nicht mehr so stark.  

 Laut des offiziellen Absage Briefs der Schule ist der Grund für die Absage von der Fahrt unter anderem das Fehlverhalten einiger Schüler und Schülerin. Zum Beispiel haben einige Schüler und Schülerin nach der offiziellen Schlafenszeit einen sogenannten „Moshplit“ getanzt. Bei einem Moshplit stehen alle Beteiligte in einem Kreis und warten auf einen bestimmten Part in der Musik, ist dieser erreicht springen alle in die Mitte.  

Außerdem gab es auf Noer einen Tischdienst, der pro Mahlzeit immer zimmerweise rotierte. Dieser wurde in den vergangenen Jahren von vielen Schülern vernachlässigt. Als Konsequenz musste die ganze Klasse jeden Mittwoch vor der Chorprobe die Tische in der Mensa reinigen.  

 Des Weiteren gab es vor ein paar Jahren einige Fälle von Diebstahl, weshalb die Fahrt frühzeitig abgebrochen werden musste. Eine Schülerin erinnert sich noch daran, sie erzählt „Wir in unserem Zimmer hatten richtig Angst, da immer mehr gestohlen wurde und niemand wusste, wer es war“. Laut ihrer Aussage fing es harmlos mit ein paar verschwundenen Flaschen an und ging dann über zu durchgewühlten Schränken. Darüber hinaus findet sie, die Lehrkräfte haben in dieser Zeit richtig gehandelt.  

Das Fehlverhalten der Schüler war nicht allein ausschlaggebend für die Absage; hinzukam, dass die Zahl der Kinder mit Heimweh immer mehr gestiegen ist und das auch in den älteren Jahrgängen. Die Folge waren erschöpfte Lehrkräfte, da sie die Kinder auch bis spät in die Nacht betreuen mussten und auf der Mittelstufenfahrt keine Betreuer mitgekommen sind, sondern nur Drei der Musiklehrkräfte und eine ehemalige Lehrerin der Schule.  

Zudem war die Fahrt nach Noer auch nicht ganz billig, denn die Inflation in Deutschland ist gestiegen.  

Während die Kosten für die Fahrt 2021 noch bei circa 100 Euro lagen, kostete die Fahrt 2024 rund 189 Euro. Somit konnten immer mehr Familien diesen hohen Beitrag nicht mehr zahlen, weshalb es eine Rekord Zahl an Zuschussanträgen gab und einige Familien den Beitrag verspätet oder sogar gar nicht gezahlt haben.  

Auch die Lehrer waren betroffen, denn ihre Überstunden wurden nicht bezahlt und durch die Fahrt häuften sich eine Menge Überstunden an. Allein das Betreuen der Schülerin und Schüler rund um die Uhr hat viel Zeit gekostet.  

Was stattdessen geplant ist 

Das alles hat sich in den vergangenen Jahren angehäuft, weshalb die Musiklehrkräfte beschlossen haben in diesem Jahr die Noerfahrt abzusagen und stattdessen eine Probenwoche zu Veranstalten. Die Probenwoche ist von dem 8.12 bis zu dem 12.12. Die Schüler und Schülerin kommen morgens ganz normal in die Schule, doch statt normalen Unterrichtes erwartet die Schüler viel singen und musizieren. Je nach Chor oder Band wurden verschiedene Probenpläne verschickt in denen drinsteht, wann man probt. Ob es am letzten Tag noch eine gemeinsame Aktivität wie Pizza bestellen gibt, ist noch nicht klar. Fest steht aber, dass es am Freitag ein Werkstatt Konzert geben soll. Die Bands und Chöre präsentieren dabei, was sie in der Probenwoche erarbeitet haben. Außerdem findet das Weihnachtskonzert wie gewohnt statt.  

Ob Noer nächstes Jahr wieder stattfindet, wird noch besprochen. Am Ende bleibt Noer in diesem Jahr ein Ort der Erinnerungen und vielleicht macht gerade diese Pause deutlich, dass Noer mehr war als nur eine Chorfahrt.