Helden ohne Umhang – Unterwegs mit den Schulsanitätern der Lornsenschule

Helden ohne Umhang – Unterwegs mit den Schulsanitätern der Lornsenschule

Die Schulsanitäter sind nicht mehr aus dem Schulalltag wegzudenken.“ Eine Aussage von Louisa aus der 9a, Mitglied des Schulsanitätsdienst an der Lornsenschule. Ob kleine Schürfwunden oder ernsthaftere Verletzungen, die Schulsanitäter behalten den Überblick, wenn andere nervös werden.  

Ablauf eines Einsatzes

Wenn es zu einem Einsatz kommt, läuft das Ganze meistens gleich ab. Wie zum Beispiel vor einiger Zeit in der Sporthalle, bei dem ein Mädchen sich verletzte, da sie beim Basketball hingefallen ist. Sie konnte nicht mehr aufstehen und nur durch die Hilfe anderer, konnte sie sich auf eine Matte setzen. In diesem Fall rief der Sportlehrer als Erstes im Sekretariat an, dieses ruft anschließend die Schulsanitäter an, die an diesem Tag Rufdienst haben. Diese kommen dann erst zum Sekretariat, um zu wissen, worum es geht und wohin sie müssen. Dann machen sie einen kleinen Abstecher in den Schulsanitätsraum, um den Sanitätsrucksack zu holen, in dem die Protokolle und die Materialien für die Einsätze sind. Dann geht es schnell zur Sporthalle. Vor Ort wird nach der Rettungskette vorgegangen. Dies ist die Reihenfolge der Dinge, die man macht, je nachdem wie schlimm der Unfall ist. Einer der beiden Schulsanitäter kümmert sich um die verletzte Person und der andere stellt der verletzen Person Fragen und führt dazu das Protokoll. In diesem werden unter anderem die Daten der Person als auch andere Informationen zum Unfall notiert. Wenn dann alles fertig ist, wird der Rucksack wieder zurückgebracht und die Schulsanitäter holen sich noch eine Bescheinigung für den Unterricht. Unter diesen Umständen wurde die Schülerin noch von den Sanitätern in deren Raum „getragen“, danach wurde sie dann von ihren Eltern abgeholt. 

Viele Schüler wissen gar nicht, was ein Schulsanitäter in der Woche so macht, obwohl es besonders wichtig ist. 16 der 20 Schulsanitäter haben ein bis zweimal in der Woche Pausendienst. Das bedeutet, dass zwei Sanitäter in der Pause im Sanitätsraum sitzen. Wenn dann jemandem etwas in der Pause passiert, kann man einfach zu ihnen kommen, wie in der einen zweiten Pause. Zwei Sanitäter sitzen im Schulsanitätsraum, der sich im gleichen Flur wie das Sekretariat befindet. Die Wände sind gelb „angetupft“, als hätte jemand mit einem, in gelbe Farbe getunkten, Schwamm, an die Wand getupft. Der Raum ist nicht groß, aber groß genug für eine Liege, wie beim Arzt, einen kleinen Tisch, drei Stühle und einen weißen Schrank an der Wand, in dem viele Materialien aufbewahrt werden. Außerdem gibt es noch den Rufdienst, dieser wird jede Woche geändert. Hierbei müssen die Schulsanitäter ihr Handy, trotz des Handyverbots angeschaltet haben. Dieser Dienst bezieht sich dann auf die Unterrichtsstunden. 

Aufgaben

In einer normalen Französischstunde klingelt plötzlich das Handy einer Schülerin, sie geht nicht ran, sondern läuft direkt los zum Sekretariat. Sie ist Schulsanitäterin und hat an diesem Tag Rufdienst. Keiner im Raum weiß was passiert ist, es kann alles sein. Nach einer Weile kommt sie wieder. Viele würden gerne wissen was passiert ist, doch wegen ihrer Schweigepflicht darf sie nichts erzählen. Die Schweigepflicht einzuhalten ist nicht die einzige Sache, die man als Schulsanitäter machen muss. Man muss nach Aussage von Frau Hamm, Leitung des Schulsanitätsdienstes, auch offen sein, das allgemeine Interesse an Erster Hilfe haben, Freude daran haben, mit anderen zu arbeiten und natürlich auch Blut sehen können. Außerdem muss man, wenn man richtig dabei sein möchte, eine Fortbildung durchführen. 

Ausbildung

Am Anfang dieses Schuljahres, vom 15.9.2025 bis zum 19.9.2025, gab es für 12 der 20 Schulsanitäter wieder eine solche Fortbildung. Hierbei wird der ErsteHilfeSchein noch tiefgründiger behandelt. Um ein „richtiger“ Schulsanitäter zu sein, muss man diese Ausbildung machen, ansonsten darf man nur so dabei sein und die Sachen anreichen oder das Protokoll ausfüllen. Allerdings muss die Fortbildung nicht jedes Jahr gemacht werden damit man diese ganzen Aufgaben auch übernehmen kann. In den darauffolgenden Jahren reicht nämlich eine „Auffrischung“. Die Fortbildung wurde von Frau Hamm geleitet, außerdem hat ein Mann von der Johanniter-Unfall-Hilfe mit drei Praktikanten den Schülern geholfen, Tipps gegeben, Sachen erklärt und mit ihnen die Prüfung durchgeführt. In dieser einen Woche waren sie jeden Tag von der ersten bis zur sechsten Stunde im Geografie Raum 01also trotzdem in der Schule. Zum Nachmittagsunterricht mussten sie danach aber gehen. Sie haben gelernt wie man Wunden versorgt und sie haben auch etwas über lebensrettende Maßnahmen wie zum Beispiel reanimieren gelernt.  Sie haben sich zudem mit Unterzuckerung, Vergiftung, und Verletzungen beschäftigt. Außerdem ging es auch um die stabile Seitenlage und noch vieles mehr. Es wurde sogar darüber geredet, wie man auf einen Autounfall reagiert und wie man ein Warndreieck aufstellt. „Besonders Spaß gemacht haben mir die Fallbeispiele, weil man dabei gut trainieren kann und nicht weiß, was auf einen zu kommt“, wie mir eine der Schulsanitäter berichtet. Fallbeispiele sind, von den Schulsanitätern selbst nachgespielte Szenen, in denen es ein „Opfer“ gibt und dann zwei der anderen kommen und versuchen, diesem zu helfen. Die Fallbeispiele helfen dabei Erlerntes praktisch anzuwenden. Hierbei kamen auch die Rettungsdecken zum Einsatz. „Im Großen und Ganzen haben sie versucht Spaß in den Vordergrund zu stellen, was bis auf bei der Theorie auch immer so war.“ Am Ende der Woche gab es noch zwei Prüfungen, eine schriftliche und eine praktische. Bis nach zwei Wochen wussten sie noch nicht, ob sie es geschafft haben oder nicht. Doch dann kamen die Nachrichten. Alle 12 Teilnehmer haben es geschafft, sie haben bestanden. 

Bedeutung für die Schule

„Sie nehmen sich Zeit für andere und ganz wichtig ist, sie machen es freiwillig“, wie Frau Hamm betont. Auch bei Sportveranstaltungen sind sie immer dabei. Egal ob Bundesjugendspiele, Fußballturnier oder Basketballturnier, es sind mindestens zwei Schulsanitäter da, um bei möglichen Verletzungen zu helfen. Wie zum Beispiel bei den Bundesjugendspielen. Es ist viel los, während mancher Weitsprung macht oder versucht so weit wie möglich zu werfen, fällt ein Junge beim Rennen auf der Laufbahn hin. Ein Freund holt schnell die SchulsanitäterDiese kamen schnell und versorgten den Jungen mit Pflastern für seine aufgeschürften Knie.  

Du willst mitmachen?

Wenn man Lust hat beim Schulsanitätsdienst mitzumachen, läuft man zuerst ein bisschen mit, guckt zu und unterstützt die anderen bei „Kleinigkeiten“. Wenn man dann sicher ist, dass man dabei sein möchte, kann man am Anfang des nächsten Schuljahres die Ausbildung machen. Man meldet sich am besten bei Frau Hamm oder Hannes Witt. Lena, Schulsanitäterin sagt: „Ich würde es anderen empfehlen und umso mehr es sind, desto besser ist es.“   

 

 

Anmerkung: Die beschriebenen Situationen wurden durch Erlaubnis der jeweiligen Personen veröffentlicht. Es verstößt also nicht gegen die Schweigepflicht.  

Der YouTube Algorithmus: Zufall oder Struktur?

Der YouTube Algorithmus: Zufall oder Struktur?

Der YouTube Algorithmus hat sich in den letzten Jahren stark verändert, zum Besseren und Schlechteren. In den letzten Jahren wurde mehr Mühe in KI-Empfehlung und andere Sachen gesteckt, welches eine gute Idee war. Der Algorithmus findet ähnliche Videos, durch Hashtags, Schlagwörter oder andere Content-Creator, um die Videos auf der Homepage zu finden. Es sucht mehr nach neuen, kleineren Videos als ältere. Ein Beispiel wären Videospiele. Man gibt etwas ein in der Suchleiste. Sobald man dann auf ein Video klickt, arbeitet die KI, und zwar schnell und gut. Leider kann dies zu Problemen führen. Zum Beispiel klick man aus Versehen auf ein langweiliges Video, oder ein jämmerlicher Teenager schreit in deine Ohren und hofft, dass du seinen Scam-link klickst. Überraschenderweise fallen viele darauf ein. Darüber hinaus zeigt das System manchmal merkwürdige Trends und seltsame Empfehlungen ohne klare Logik. Viele Nutzer diskutieren täglich offen über Transparenz und gemeinsame Verantwortung heute intensiv. 

 

Leider ist die Welt nicht fair, jedoch gibt YouTube jedem Video grundsätzlich eine Chance, populär und bekannt zu werden. Wenn du kreativ genug bist, kann es durchaus sein, dass dein Video plötzlich groß wird und viele Menschen erreicht. Ein gutes Beispiel wäre ein Content Creator namens „Alex“. Er postet nicht besonders viele Videos, die meistens auch technisch keine sehr gute Qualität haben, aber er ist kreativ und irgendwie einzigartig. Er filmt sich selbst, wie er ohne Pause zu einem Ganzen Soundtrack von verschiedenen Spielen tanzt. Ohne Pause, stundenlang, fast wie ein Marathon. Das Ergebnis: über 1 Millionen Aufrufe, obwohl niemand damit gerechnet hätte. Manchmal überschätzt der Algorithmus jedoch auch ein Video, welches am Ende zu 100 Prozent floppt und niemanden interessiert. Diese Videos haben meist nur zwei oder drei Aufrufe, sind kürzer als eine Minute und haben insgesamt sehr wenig Liebe und Mühe bekommen. 

Diese Videos haben keinen bestimmten Namen oder eine erkennbare Kategorie. Deren Titel sind außerdem oft sehr zufällig und chaotisch formuliert, welches sehr doll auffällt auf deiner persönlichen Homepage und in den Empfehlungen. Manchmal sind diese Videos auch extrem alt, mehr als 12 Jahre zum Beispiel, und wirken wie aus einer ganz anderen Internet-Zeit. Baby-Katzen-Videos werden ebenfalls fast jedem empfohlen, weil der Algorithmus sich manchmal einfach verirrt und keine klare Richtung findet. Was heißt das also konkret als Content Creator in der heutigen digitalen Welt? 

In den vorherigen Jahren galt die einfache Regel: „Wöchentliche Videos gleich regelmäßige Aufrufe und stabiles Wachstum“. Leider ist es heutzutage eher das Motto „je mehr, desto besser und schneller“. Sogenannte „Content Farmer“ sind Accounts, die so wenig Mühe wie möglich in ein Video über ein bestimmtes Thema stecken, nur um schnell Geld und Klicks zu kassieren. Qualität spielt dabei kaum noch eine Rolle. Videos und Content Creator, die es wirklich verdienen, werden oft in den Schatten geschubst und von der Masse verdrängt. Viele talentierte Menschen geben deshalb frustriert auf. Kurz gesagt, es ist inzwischen fast eine „Eins-in-Millionen-Chance“, dass du deine Karriere als Content Creator erfolgreich starten und langfristig halten kannst. Trotzdem versuchen es täglich Tausende weiter, in der Hoffnung auf den einen großen Durchbruch. 

Kreativität spielt trotzdem noch eine sehr große und entscheidende Rolle bei der modernen Content Creation auf YouTube. Die meisten Anfänger machen jedoch den großen Fehler direkt bei den ersten zehn Sekunden vom Video, obwohl genau diese zehn Sekunden die absolut wichtigsten für den Erfolg sind. Diese kurzen Anfänge kann man auch „Intros“ nennen, und sie entscheiden oft darüber, ob ein Zuschauer bleibt oder sofort wieder wegklickt. In der 2015er-Era fingen viele große YouTuber damit an, helle, animierte 3D-Texte mit lauter Musik und irgendwelchen wilden Effekten zu benutzen. Ziemlich albern, nicht wahr? Jedoch funktionierte dies damals überraschend gut und startete das Video immer energisch und kraftvoll, damit der Viewer motiviert wird, das ganze Video bis zum Ende zu gucken. 

Nach der Corona Zeit fingen diese klassischen Intros jedoch an, immer weniger zu wirken, und sie waren eher nur noch ein Scherz oder ein Meme auf YouTube. Viele Zuschauer empfanden sie plötzlich als nervig, zu lang oder einfach nicht mehr zeitgemäß. Heutzutage braucht man immer noch ein gutes und durchdachtes Intro, aber die Stilweise änderte sich deutlich und wurde moderner. In den heutigen Videos, egal ob auf Englisch oder Deutsch, sind die Intros meistens viel einfacher, kürzer und direkter gestaltet. Einige YouTuber haben nur sehr kurze Intros, die schnell das Spiel oder ein Thema erklären und gehen dann sofort in die eigentliche Aufnahme hinein. Andere zeigen vielleicht einen kurzen, witzigen Teil vom Video selbst, um Neugier zu erzeugen. 

Zusätzlich experimentieren viele Creator mit neuen Formen wie schnellen Schnitten, Untertiteln oder spannenden Fragen am Anfang. Dadurch soll der Algorithmus positiv beeinflusst und die Aufmerksamkeit länger gehalten werden. Man erkennt also, dass sich Trends ständig verändern, doch die Grundidee bleibt gleich: Ohne Kreativität und ein starkes Intro wird es schwer, sich gegen Millionen anderer Videos durchzusetzen und eine eigene Community aufzubauen. 

Jetzt stellt sich aber noch eine wichtige und interessante Frage: Was liebt der Algorithmus von YouTube eigentlich am meisten, und was steckt wirklich genau hinter diesen geheimnisvollen Empfehlungen? Viele Nutzer rätseln seit Jahren darüber und niemand kennt eine hundertprozentige Antwort.  

Hype Punkte 

Letztens hatte YouTube ein neues Feature hinzugefügt. Das nennt sich „Hypen“, ein mobil-exklusives Feature, womit Videos an mehr Leuten empfohlen werden, je mehr Hype sie von der Community erhalten. Leider hat dieses System auch klare Grenzen, denn je mehr Viewer ein bestimmtes Video hypen, desto weniger Hype-Punkte bekommt es mit der Zeit. Die einzige offizielle Begrenzung vom Hypen ist, dass der Account zwischen 500 und 500.000 Abonnenten haben darf, da das Hypen ja ein Weg sein soll, kleine Content Creator stärker ins Spotlight zu schieben und ihnen eine echte Chance zu ermöglichen. Jeder Account hat außerdem nur drei Hypes pro Woche, was das Ganze etwas exklusiver macht. Doch was mag der Algorithmus denn nun am allermeisten, und gibt es vielleicht einen geheimen Weg, ihn selbst auszutricksen oder zu beeinflussen? 

Überraschenderweise liebt der Algorithmus neue Musikvideos, selbst wenn diese zunächst gar nicht aktiv empfohlen werden oder wenig Werbung haben. Auf der Gaming-Seite sind es vor allem extrem populäre Roblox-Kinderspiele, die allerdings nicht ganz kontrovers-frei sind und oft kritisiert werden. Die ehrliche Antwort lautet daher: Nein, der Algorithmus ist eine komplexe KI, und es gibt keinen sicheren Weg, sie nur für dich persönlich zu verbessern oder komplett zu kontrollieren. 

Trotzdem sollte man als junger Creator nicht sofort aufgeben oder den Mut verlieren. Wenn Content-Creation wirklich dein Traum ist, dann gib dein Bestes und stecke Mühe, Zeit und echte Leidenschaft in jedes einzelne Video. Hör aber lieber auf, bevor man zu viel Privates preisgibt. Sicher genug kann man im Internet nie sein, und ein gesunder Umgang bleibt das Wichtigste für die Zukunft.